Bohrhammer beim Bohren eines Lochs in eine graue Betonwand
Klare OrientierungSchlagbohrer oder Bohrhammer, den richtigen Bohrer wählen, Bewehrung erkennen und staubfrei bohren – Schritt für Schritt erklärt.

Anleitung Heimwerken

Bohren in Beton: So gelingt jedes Loch

Ob Dübel, Regal oder Halterung: Beton verzeiht keine Hektik. Mit dem richtigen Werkzeug, dem passenden Bohrer und ein wenig Geduld gelingt dir ein sauberes, sicheres Bohrloch auch beim ersten Versuch.

Ein sauberes, exakt sitzendes Loch in Beton wirkt für viele nach einer Aufgabe für den Profi – dabei brauchst du dafür vor allem das richtige Werkzeug, den passenden Bohrer und ein wenig Geduld. Beton ist hart, aber berechenbar: Sobald du weißt, ob eine Schlagbohrmaschine reicht oder ein Bohrhammer ran muss, welcher Bohrer zum Untergrund passt und wie du auf Bewehrung reagierst, gelingt das Loch für Dübel, Halterung oder Regal auch beim ersten Versuch. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch den ganzen Vorgang – von der Werkzeugwahl bis zum möglichst staubfreien Ergebnis.

Schlagbohrer oder Bohrhammer: Was du wirklich brauchst

Eine normale Schlagbohrmaschine erzeugt den Schlag mechanisch über zwei gezahnte Scheiben, die beim Bohren aneinander vorbeirattern. Das reicht für einzelne Löcher in Beton oder Kalksandstein, etwa für einen Bilderhaken oder einen kleinen Dübel bis 6 oder 8 Millimeter – vorausgesetzt, du bringst etwas Anpressdruck und Geduld mit. Für Stahlbeton, größere Bohrdurchmesser oder mehrere Löcher hintereinander stößt sie aber schnell an ihre Grenzen, weil die Schlagenergie einfach zu gering ist.

Ein Bohrhammer mit SDS-Plus-Aufnahme arbeitet dagegen pneumatisch: Ein Kolben erzeugt einen echten Schlag mit deutlich mehr Energie, während du kaum Druck ausüben musst. Für Regale, TV-Halterungen, Markisen oder alles, was tragende Lasten aufnehmen soll, ist ein Bohrhammer die deutlich zuverlässigere Wahl – er bohrt schneller, schont dein Handgelenk und kommt auch durch bewehrten Beton, ohne dass der Bohrer vorzeitig stumpf wird. Wenn du ohnehin regelmäßig bohrst, lohnt sich die Anschaffung meist schon nach wenigen Einsätzen.

Den richtigen Bohrer für Beton wählen

Für die Schlagbohrmaschine nimmst du einen Steinbohrer mit Zylinderschaft und Hartmetallspitze – erkennbar an der breiten, meist gelblich schimmernden Spitze am Bohrerende. Für den Bohrhammer brauchst du dagegen einen SDS-Plus-Bohrer mit passendem Nutenschaft, der sich nur in die entsprechende Aufnahme einsetzen lässt. Gute SDS-Bohrer haben zwei bis vier Schneiden und eine spezielle Spitzengeometrie, die auch beim Auftreffen auf kleinere Bewehrungseisen nicht sofort stumpf wird.

Der Durchmesser des Bohrers richtet sich immer nach dem Dübel, den du hinterher verwendest, nicht nach dem Schraubendurchmesser. Auf jeder Dübelpackung steht der passende Bohrdurchmesser aufgedruckt, meist 6, 8 oder 10 Millimeter. Wie du den Dübel danach richtig im Loch platzierst und worauf du bei der Tragfähigkeit achten musst, erfährst du im Detail in unserer Anleitung Dübel richtig setzen. Kaufe im Zweifel lieber einen Bohrer mehr im passenden Set, denn ein zu dünner oder bereits stumpfer Bohrer ist der häufigste Grund für ein schiefes oder ausgefranstes Loch.

Bewehrung erkennen und richtig reagieren

Stahlbeton enthält in tragenden Wänden und Decken oft ein Gitter aus Armierungseisen, das die Zugfestigkeit erhöht. Triffst du beim Bohren auf so ein Eisen, merkst du das meist deutlich: Der Bohrfortschritt stoppt fast schlagartig, die Maschine vibriert stärker als zuvor und du hörst ein helles, metallisches Kreischen statt des gewohnten dumpfen Bohrgeräuschs. In diesem Moment solltest du auf keinen Fall mit voller Kraft weiterbohren, denn dabei stumpft der Bohrer sofort ab und im schlimmsten Fall überlastest du den Bohrhammer.

Verschiebe die Bohrstelle stattdessen um zwei bis drei Zentimeter und versuche es an einer neuen Position erneut – meist findest du so eine Lücke im Bewehrungsgitter. Willst du gezielt durch die Bewehrung bohren, etwa weil die Position zwingend nötig ist, brauchst du einen speziellen Bohrer mit Vollhartmetallspitze, der auch Stahl durchdringt. In tragenden Wänden und in der Nähe von Steckdosen oder Leitungen lohnt sich vorab außerdem ein Leitungssucher, damit du weder Stromkabel noch Wasserrohre anbohrst.

Ohne Schlag ansetzen

Bohre die ersten Millimeter langsam und ohne Schlagfunktion an, damit der Bohrer nicht wegrutscht und exakt sitzt.

Kühlpausen einlegen

Ziehe den Bohrer bei tiefen Löchern regelmäßig heraus, damit er abkühlt und der Bohrmehl aus dem Loch entweichen kann.

Bei Bewehrung stoppen

Kreischt der Bohrer plötzlich metallisch, sofort stoppen und die Bohrstelle um wenige Zentimeter versetzen.

Schritt für Schritt: So bohrst du sauber in Beton

Egal ob du nur einen Bilderrahmen aufhängen oder ein komplettes Regal an der Wand montieren willst – die eigentliche Bohrtechnik läuft immer nach demselben Muster ab. Mit dieser Reihenfolge vermeidest du die häufigsten Fehler:

  1. Untergrund prüfen: Fahre mit einem Leitungssucher über die Bohrstelle, besonders in der Nähe von Steckdosen, Schaltern oder Heizungsrohren.
  2. Bohrer wählen: Passe Durchmesser und Bohrertyp an Dübel und Maschine an – SDS-Plus für den Bohrhammer, Zylinderschaft für die Schlagbohrmaschine.
  3. Position anzeichnen: Markiere die Stelle mit Bleistift und klebe optional ein Stück Klebeband über die Markierung, das verhindert ausgefranste Ränder.
  4. Ansetzen ohne Schlag: Bohre die ersten fünf Millimeter langsam und ohne Schlagfunktion an, bis der Bohrer sicher im Beton sitzt.
  5. Mit Schlag bohren: Schalte die Schlagfunktion zu und bohre mit gleichmäßigem, moderatem Druck weiter – die Maschine soll arbeiten, nicht du.
  6. Loch reinigen: Ziehe den Bohrer zwischendurch heraus, blase oder sauge das Bohrmehl aus dem Loch, bevor du den Dübel einsetzt.

Staubfrei bohren, Bohrer-Tabelle und Fazit

Bohrstaub aus Beton ist nicht nur lästig, sondern enthält auch feinen Quarzstaub, den du besser nicht einatmest. Ein Staubfangbecher, den du direkt auf den Bohrer steckst, fängt einen Großteil des Mehls schon am Bohrloch auf. Noch gründlicher wird es, wenn du einen Staubsauger direkt unter die Bohrstelle hältst, während eine zweite Person bohrt, oder eine Bohrmaschine mit integrierter Absaugung verwendest. Für einzelne Löcher hilft auch ein einfacher Trick: Klebe ein kleines Papprechteck mit einem Loch in der Mitte unter die Bohrstelle, das fängt herabfallenden Staub zuverlässig auf. Trage bei größeren Mengen zusätzlich eine P2-Staubmaske und eine Schutzbrille, denn Betonsplitter können beim Bohren durchaus wegspringen.

BohrerPassender Untergrund / EinsatzHinweis
HM-Steinbohrer (Zylinderschaft)Beton, Ziegel, Kalksandstein, SchlagbohrmaschineFür gelegentliche Löcher bis ca. 8–10 mm
SDS-Plus-BohrerStahlbeton, Massivwände, BohrhammerSchneller Fortschritt, robuster bei Bewehrung
MehrzweckbohrerFliese, Beton, Metall im ÜbergangPraktisch im gefliesten Bad, langsamer im Beton
VollhartmetallbohrerBewehrter Beton mit ArmierungseisenNur nötig, wenn du gezielt durch Stahl bohren musst
Tipp: Nimm dir für jedes Loch eine Minute mehr Zeit zum Ansetzen, statt gleich mit voller Schlagkraft zu starten – ein exakt angesetztes Loch spart am Ende deutlich mehr Zeit als ein verrutschtes, das du neu ansetzen musst.

Mit dem passenden Werkzeug, dem richtigen Bohrer und ein wenig Ruhe beim Ansetzen ist Bohren in Beton keine Wissenschaft, sondern reine Übungssache. Achte auf die Anzeichen für Bewehrung, gönn deinem Bohrer regelmäßige Kühlpausen und sorge für eine ordentliche Staubkontrolle – dann sitzt dein Loch beim ersten Versuch genau dort, wo du es haben willst.

Reicht eine normale Schlagbohrmaschine für Beton?

Für einzelne kleinere Löcher bis etwa 6 bis 8 Millimeter reicht eine gute Schlagbohrmaschine meist aus, für Stahlbeton, größere Durchmesser oder mehrere Löcher ist ein Bohrhammer mit SDS-Plus deutlich zuverlässiger.

Was mache ich, wenn der Bohrer auf Bewehrung trifft?

Sofort stoppen und nicht mit Gewalt weiterbohren, sondern die Bohrstelle um zwei bis drei Zentimeter versetzen oder, falls die Position zwingend ist, einen speziellen Vollhartmetallbohrer für Armierung verwenden.

Wie verhindere ich ausgefranste Ränder am Bohrloch?

Klebe ein Stück Klebeband über die Markierung, setze den Bohrer ohne Schlagfunktion langsam an und reduziere die Drehzahl kurz vor dem Durchbruch, das schont die Kanten deutlich.

Wie halte ich den Bohrstaub beim Bohren gering?

Ein Staubfangbecher am Bohrer oder eine Bohrmaschine mit Absaugung fängt das meiste Mehl direkt am Loch auf, alternativ hilft ein Pappstück mit Loch unter der Bohrstelle als einfacher Auffang.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.