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LAN-Kabel in der Wohnung verlegen: Wege, Dosen, Kategorien

Für eine Wohnung reicht Cat 6a vollkommen aus, und den Weg dorthin findest du fast immer ohne Stemmarbeiten. Der wichtigste Teil der Planung ist die Route, nicht das Kabel.

Kurz gefasst: Nimm Verlegekabel der Kategorie 6a und führe es in einem Kabelkanal an der Fußleiste entlang, unter der Türzarge hindurch oder durch ein vorhandenes Leerrohr. Halte dabei Abstand zu parallel laufenden Stromleitungen und leg das Kabel niemals in dasselbe Rohr wie eine 230-Volt-Leitung. Am Ende sitzt entweder ein Stecker oder besser eine Netzwerkdose, die du nach dem Farbschema TIA-568B auflegst. Zum Schluss prüfst du in der Router-Oberfläche, ob die Verbindung wirklich mit 1.000 Mbit/s läuft.

Aufwand

3 bis 5 Stunden für eine Strecke von 15 Metern mit zwei Dosen.

Material

60 bis 120 Euro für Kabel, Kanal, zwei Dosen und LSA-Werkzeug.

Grenze

100 Meter Strecke, in einer Wohnung praktisch nie ein Thema.

Cat 6, 6a oder 7: was in der Wohnung reicht

Die Kategorie beschreibt, bis zu welcher Frequenz das Kabel spezifiziert ist. Höher ist nicht automatisch besser, sondern vor allem dicker und störrischer beim Verlegen.

KategorieFrequenz10 Gbit/s überSinnvoll für
Cat 5e100 MHzneinBestand, 1 Gbit/s reicht
Cat 6250 MHzbis etwa 55 mkurze Strecken
Cat 6a500 MHzvolle 100 mdie Empfehlung für Wohnungen
Cat 7 / 7a600 bis 1.000 MHzvolle 100 mnur mit Dose am Ende

Für Cat 7 gibt es keinen genormten RJ45-Stecker. Das Kabel endet immer in einer Dose oder einem Patchfeld, davor steckt dann wieder ein normales Patchkabel. Wer also fertig konfektionierte Cat-7-Kabel kauft, bekommt in Wahrheit ein Cat-7-Kabel mit Cat-6a-Steckern. Das funktioniert, ist aber kein Vorteil gegenüber Cat 6a.

Verlegekabel oder Patchkabel

Verlegekabel hat starre Einzeldrähte. Es lässt sich sauber in Klemmen auflegen, verträgt aber kein häufiges Biegen und keine Zugbelastung an einem Stecker. Genau dafür ist es gedacht: einmal verlegt, dann in Ruhe gelassen.

Patchkabel besteht aus feinen Litzen, ist flexibel und trägt fertige Stecker. Es gehört auf die letzten zwei Meter zwischen Dose und Gerät. Ein Patchkabel quer durch die Wohnung zu ziehen funktioniert kurzfristig, doch an den Knickstellen brechen die Litzen mit der Zeit.

Wege ohne Stemmen

Der Kabelkanal an der Fußleiste ist der Klassiker. Selbstklebende Kanäle in 20 mal 10 Millimetern fassen zwei Verlegekabel und halten auf glatten Wänden gut, wenn du vorher entfettest. Auf Raufaser hält Kleber schlecht, dort schraubst du besser.

Eleganter sind Sockelleisten mit integriertem Kanal. Stehen ohnehin neue Leisten an, verlegst du in einem Zug mit. Wie das geht, steht im Ratgeber Sockelleisten anbringen.

Türen sind die üblichen Hindernisse. Drei Wege gibt es: ein flacher Übergangskanal über der Zarge, ein Flachkabel unter dem Teppich oder ein Loch durch die Wand direkt neben der Zarge, dort ist meist nur Putz und Mauerwerk ohne Leitungen. Bevor du bohrst, geht immer der Leitungssucher über die Stelle. Und selbst dann gilt: Über einer Steckdose oder einem Schalter verlaufen Leitungen senkrecht nach oben, das ist eine Tabuzone.

Prüfe außerdem, ob schon Leerrohre liegen. In Neubauten führen oft ungenutzte Rohre vom Hausanschlussraum in die Wohnung. Ein Blick in den Multimediaanschluss spart den ganzen Kanal.

Zur Miete: Aufgeklebte Kanäle und einzelne Dübellöcher gelten als übliche Nutzung. Wanddurchbrüche, Unterputzdosen und Schlitze verändern die Substanz und brauchen vorher die Erlaubnis des Vermieters, am besten schriftlich mit der genauen Stelle. Rechne damit, dass du beim Auszug zurückbauen musst.

LAN-Kabel verlegen: acht Schritte

  1. Route abgehen und messen. Bandmaß an der geplanten Strecke entlang, plus 2 Meter Reserve je Ende. Kabel abschneiden kannst du später immer noch.
  2. Material zusammenstellen. Verlegekabel, Kanal in passender Größe, zwei Netzwerkdosen, LSA-Anlegewerkzeug, Seitenschneider, Leitungssucher.
  3. Kanal zuschneiden und probehalten. Ecken auf Gehrung schneiden, sonst klaffen Lücken. Erst alles auflegen, dann kleben.
  4. Kanal befestigen. Fläche entfetten, Schutzfolie abziehen, andrücken. Bei Schrauben vorher bohren und dübeln, dazu passt der Ratgeber Dübel richtig setzen.
  5. Kabel einlegen, nicht einziehen. Nicht knicken, Biegeradius mindestens das Vierfache des Kabeldurchmessers. Ein geknicktes Verlegekabel bleibt dauerhaft langsam.
  6. Beide Enden beschriften. Klebeband und Stift reichen. Bei zwei parallelen Kabeln sparst du dir später eine halbe Stunde Suchen.
  7. Dosen auflegen und montieren, an beiden Enden identisch nach demselben Farbschema.
  8. Testen und Kanal schließen. Erst wenn die Verbindung mit voller Geschwindigkeit steht, kommt der Deckel drauf.

Netzwerkdose auflegen: LSA und TIA-568B

Eine Dose ist die bessere Lösung als ein selbst gecrimpter Stecker. Sie ist zugentlastet, sieht sauber aus und lässt sich mit dem LSA-Werkzeug in wenigen Minuten auflegen. Crimpen von Verlegekabel ist dagegen fehleranfällig, weil die starren Drähte in RJ45-Steckern schlecht sitzen.

Beim Auflegen entfernst du etwa 4 Zentimeter Mantel, drehst die vier Adernpaare so weit wie nötig auf und drückst jede Ader in die passende Schneidklemme. Die Reihenfolge nach TIA-568B lautet: weiß-orange, orange, weiß-grün, blau, weiß-blau, grün, weiß-braun, braun.

Zwei Regeln entscheiden über die Qualität: Die Verdrillung darf höchstens 13 Millimeter vor der Klemme aufgehen, und beide Dosenenden werden nach demselben Schema belegt. Ob du 568A oder 568B nimmst, ist gleichgültig, solange es an beiden Seiten dasselbe ist. Bei geschirmtem Kabel legst du zusätzlich den Schirm auf die Schirmklemme, sonst wirkt er wie eine Antenne.

Abstand zu Stromleitungen halten

Netzwerkkabel und 230-Volt-Leitungen laufen in Wohnungen oft parallel. Das ist kein Problem, solange du Abstand hältst. Die einschlägigen Installationsnormen fordern eine Trennung, in der Praxis wird bei paralleler Führung über mehrere Meter mit 10 bis 20 Zentimetern gearbeitet. Kreuzungen sind unkritisch, wenn sie im rechten Winkel erfolgen.

Ein Punkt ist dagegen keine Empfehlung, sondern eine harte Grenze: Netzwerkkabel und Stromleitungen gehören nie in dasselbe Leerrohr und nie in dieselbe Kammer eines Kabelkanals. Kanäle mit Trennsteg gibt es genau dafür. Und wenn du an einer Stelle eine Steckdose versetzen, eine Leitung verlängern oder einen Verteiler öffnen müsstest, hört die Eigenleistung auf. Arbeiten an der festen Elektroinstallation sind Sache einer Elektrofachkraft. Wie sicheres Arbeiten am Stromkreis abläuft, zeigt der Ratgeber Steckdose wechseln.

Powerline, Mesh oder Koax: ehrlich verglichen

Kabel ist die beste Verbindung, aber nicht immer die praktikabelste. Die Alternativen taugen unterschiedlich viel.

LösungRealistische RateKostenSchwachstelle
Verlegtes LAN-Kabel940 Mbit/s stabil60 bis 120 EuroVerlegeaufwand
Powerline50 bis 300 Mbit/s60 bis 150 EuroStromkreis, Dimmer, Netzteile
Mesh-WLAN150 bis 600 Mbit/s150 bis 350 EuroWände, Nachbarnetze
Koax-Adapter300 bis 900 Mbit/s150 bis 250 Eurobraucht vorhandene Antennendosen

Powerline bleibt fast immer hinter der Herstellerangabe zurück, weil die Werte für ideale Bedingungen gelten. Über zwei Stromkreise bricht der Durchsatz stark ein. Wenn WLAN die eigentliche Baustelle ist, hilft der Ratgeber WLAN verbessern.

Nach dem Verlegen richtig testen

Ein Ping sagt fast nichts. Er läuft auch über eine Verbindung, die auf 100 Mbit/s zurückgefallen ist, weil ein Adernpaar keinen Kontakt hat.

Prüfe stattdessen die ausgehandelte Link-Geschwindigkeit. In der Router-Oberfläche steht sie in der Geräteliste, unter Windows in den Adaptereinstellungen, auf dem Mac in den Netzwerkdetails. Dort muss 1 Gbit/s stehen, nicht 100 Mbit/s.

Zeigt die Verbindung nur 100 Mbit/s, sind fast immer die Adern 4, 5, 7 und 8 betroffen, also die blauen und braunen Paare. Nimm die Dose noch einmal ab und leg die Adern neu auf. Ein einfacher Durchgangsprüfer für 15 bis 25 Euro findet solche Fehler in einer Minute.

Reicht Cat 6a für eine normale Wohnung?

Ja, und mit Reserve. Cat 6a trägt 10 Gbit/s über volle 100 Meter. Höhere Kategorien bringen im Haushalt keinen messbaren Vorteil und lassen sich schlechter verlegen.

Darf ich als Mieter Kabel durch die Wand führen?

Ein Wanddurchbruch verändert die Substanz und braucht die Erlaubnis des Vermieters. Aufgeklebte Kanäle und einzelne Dübellöcher sind dagegen übliche Nutzung. Hol dir die Zusage schriftlich.

Wie weit muss LAN von Stromleitungen entfernt sein?

Bei langer paralleler Führung sind 10 bis 20 Zentimeter üblich, Kreuzungen im rechten Winkel sind unkritisch. Im selben Leerrohr oder derselben Kanalkammer haben beide nichts verloren.

Kann ich LAN-Kabel selbst crimpen?

Bei Verlegekabel besser nicht. Die starren Drähte sitzen in RJ45-Steckern schlecht. Nutze eine Netzwerkdose mit LSA-Klemmen und ein kurzes fertiges Patchkabel zum Gerät.

Warum läuft meine Verbindung nur mit 100 Mbit/s?

Meist hat ein Adernpaar keinen Kontakt, typischerweise blau oder braun. Leg beide Dosenenden neu auf und prüfe, dass die Verdrillung erst kurz vor der Klemme endet.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr.

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