Gartenpflege
Kompost anlegen: Aufbau, Schichten und was nicht hineindarf
Guter Kompost entsteht aus etwa drei Teilen braunem und einem Teil grünem Material, aufgesetzt auf offenem Boden im Halbschatten. Alles Weitere ist Geduld und gelegentliches Umsetzen.
Kurz gefasst: Stell den Komposter auf gewachsenen Boden, nicht auf Platten, damit Würmer und Bodenlebewesen einwandern können. Beginne mit einer groben Schicht aus Zweigen für die Belüftung. Darüber schichtest du abwechselnd trockenes braunes Material und feuchtes grünes, immer im Verhältnis von etwa drei zu eins. Setze den Haufen nach drei bis vier Monaten einmal um, dann hast du je nach Bauart nach vier bis zwölf Monaten fertige Erde.
2 Stunden zum Aufsetzen, danach etwa 30 Minuten je Umsetzvorgang.
4 bis 6 Monate im Thermokomposter, 9 bis 12 Monate im offenen Behälter.
Wie ein ausgedrückter Schwamm. Eine Handvoll darf feucht sein, aber nicht tropfen.
Der richtige Standort
Halbschatten ist ideal. In der vollen Sonne trocknet der Haufen aus und die Verrottung stoppt, im tiefen Schatten unter Nadelbäumen bleibt er zu kalt und zu nass. Ein Platz unter einem Laubbaum oder an der Nordseite einer Hecke passt gut.
Wichtiger als das Licht ist der Untergrund. Der Kompost muss direkt auf gewachsenem Boden stehen. Nur so wandern Regenwürmer, Asseln und Pilze von unten ein, und nur so kann überschüssiges Wasser versickern. Beton, Platten oder Folie darunter sind der häufigste Anfängerfehler.
Zum Abstand von der Grundstücksgrenze gibt es keine bundesweite Regel. Die Nachbarrechtsgesetze der Länder und örtliche Satzungen nennen unterschiedliche Werte, häufig zwischen einem halben und zwei Metern. Frag im Zweifel bei deiner Gemeinde nach. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung, im Einzelfall entscheidet die zuständige Stelle.
Welcher Komposter passt zu deinem Garten
| Bauart | Volumen | Reifezeit | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Offener Behälter aus Holz oder Draht | 300 bis 800 Liter | 9 bis 12 Monate | Gärten ab etwa 200 Quadratmeter |
| Thermokomposter aus Kunststoff | 300 bis 600 Liter | 4 bis 6 Monate | kleine Gärten, Betrieb im Winter |
| Trommel oder Schnellkomposter | 60 bis 200 Liter | 6 bis 10 Wochen | kleine Mengen, häufiges Drehen nötig |
| Wurmkiste | 40 bis 80 Liter | 3 bis 6 Monate | Balkon und Küchenabfälle |
| Offene Miete ohne Behälter | ab 1 Kubikmeter | etwa 12 Monate | große Grundstücke mit viel Schnittgut |
Für die meisten Reihenhausgärten ist der Thermokomposter die pragmatische Wahl. Seine Wände halten die Wärme, und dadurch bleibt der Prozess auch bei Frost in Gang. Der offene Behälter braucht mehr Platz, verzeiht aber Fehler bei der Mischung deutlich besser.
Braun und grün im Verhältnis drei zu eins
Hinter dem Fachbegriff C/N-Verhältnis steckt eine einfache Idee: Die Mikroorganismen brauchen Kohlenstoff als Energie und Stickstoff als Baustoff. Zu wenig Kohlenstoff, und der Haufen fault. Zu wenig Stickstoff, und nichts passiert.
- Braun, also kohlenstoffreich. Laub, Strauchhäcksel, Stroh, Sägespäne, ungefärbte Pappe, Eierkartons, dünne Zweige.
- Grün, also stickstoffreich. Rasenschnitt, Küchenabfälle, Kaffeesatz, frisches Unkraut, Gemüsereste, Staudenschnitt.
Nach Volumen mischst du etwa drei Teile braun auf einen Teil grün. Praktisch heißt das: Nach jedem Eimer Küchenabfälle kommen drei Eimer Laub oder Häcksel darüber. Leg dir dafür einen Vorrat an trockenem Laub neben den Komposter, sonst fehlt genau dann Material, wenn im Sommer der Rasenschnitt anfällt. Wie du dabei gleich das Schnittgut verwertest, steht im Ratgeber Hecke schneiden: wann es erlaubt ist.
Schichtaufbau von unten nach oben
- Grobe Zweige, 15 bis 20 Zentimeter. Sie halten den Haufen von unten offen und sorgen für den Luftzug, ohne den nichts funktioniert.
- Eine Lage grobes braunes Material. Laub, Stroh oder Häcksel, etwa zehn Zentimeter.
- Dünne Schicht reifer Kompost oder Gartenerde. Zwei bis drei Zentimeter genügen. Sie bringt die Bodenlebewesen von Anfang an mit.
- Abwechselnd grün und braun. Grüne Lagen dünn halten, maximal zehn Zentimeter, sonst verdichten sie. Braune Lagen ruhig dicker.
- Abdeckung. Eine Schicht Laub, ein Vlies oder ein Sack. Sie schützt vor Austrocknen und vor Starkregen, der die Nährstoffe auswäscht.
Rasenschnitt niemals dick und frisch aufschichten. Er verklebt zu einer luftdichten Schicht und fault. Lass ihn einen Tag antrocknen und mische ihn mit Laub oder Häcksel, bevor er auf den Haufen kommt.
Was hinein darf und was nicht
Die Liste ist kürzer, als viele denken. Alles Pflanzliche aus Garten und Küche darf hinein, dazu Kaffeesatz mit Filter, Teebeutel ohne Klammer, Eierschalen und ungefärbte Pappe.
Nicht auf den Kompost gehören gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Wurst und Milchprodukte. Sie ziehen Ratten und Fliegen an, und in vielen Kommunen ist ihre Kompostierung im offenen Behälter ohnehin eingeschränkt. Ebenfalls draußen bleiben behandeltes Holz, Asche aus dem Kaminofen, Kot von Hund und Katze sowie Staubsaugerbeutel.
Zwei Grenzfälle tauchen immer wieder auf. Zitrusschalen verrotten langsam und sind bei konventioneller Ware oft mit Konservierungsstoffen behandelt, deshalb nur klein geschnitten und in kleinen Mengen. Unkraut mit reifen Samen und wurzelnde Arten wie Giersch oder Quecke gehören nur in einen Thermokomposter, der die Heißphase von 50 bis 70 Grad erreicht. Im offenen Behälter überleben sie und wachsen im Beet wieder aus.
Umsetzen: wann, wie oft und warum
Beim Umsetzen schaufelst du den Haufen um, sodass außen nach innen wandert. Das bringt Sauerstoff hinein und schickt das Randmaterial durch die heiße Mitte. Ohne diesen Schritt bleibt am Rand immer ein Ring, der nicht durchrottet.
Einmal nach drei bis vier Monaten genügt für den normalen Betrieb. Wer schneller fertigen Kompost will, setzt nach sechs Wochen und dann nochmals nach zwölf Wochen um. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr oder der frühe Herbst. Prüfe dabei gleich die Feuchte und gieß trockene Stellen an.
Wenn etwas nicht stimmt
| Symptom | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Fauliger Geruch, nass | zu viel grün, zu wenig Luft | umsetzen und reichlich Häcksel einmischen |
| Nichts passiert, alles trocken | zu wenig Wasser oder Stickstoff | durchdringend wässern, Rasenschnitt zugeben |
| Ratten und Mäuse | gekochte Reste im Haufen | entfernen, Bodengitter einziehen, Behälter schließen |
| Ameisen im Kompost | zu trocken | Wasser geben und umsetzen |
| Weißer Pilzbelag | normale Verrottung | nichts tun, ist ein gutes Zeichen |
Woran du fertigen Kompost erkennst
Reifer Kompost ist dunkelbraun bis fast schwarz, krümelig und riecht nach Waldboden. Die Ausgangsstoffe sind nicht mehr zu erkennen, allenfalls einzelne Holzstücke. Er fühlt sich kühl an, denn die heiße Phase ist längst vorbei.
Ein einfacher Test: Säe Kresse in ein Schälchen mit deinem Kompost. Keimt sie innerhalb von drei bis vier Tagen gleichmäßig, ist er reif. Bleibt sie aus oder wachsen die Keimlinge verkrüppelt, ist er noch nicht so weit. Siebe ihn vor dem Ausbringen durch ein Gitter mit etwa 15 Millimetern Maschenweite, die groben Reste kommen zurück auf den neuen Haufen. Als Füllung für ein neues Beet eignet er sich gut, siehe Hochbeet bauen.
Wie viel Kompost brauche ich für den Garten?
Rechne mit zwei bis drei Litern je Quadratmeter Beetfläche im Jahr. Das entspricht einer Schicht von etwa zwei bis drei Millimetern, die du im Frühjahr flach einarbeitest.
Funktioniert Kompostieren auch im Winter?
Ja, nur langsamer. Ein Thermokomposter hält die Wärme besser und arbeitet weiter. Beim offenen Behälter ruht der Prozess bei Frost und läuft im Frühjahr von selbst wieder an.
Kann ich Kompost auf dem Balkon herstellen?
Mit einer Wurmkiste ja, sie arbeitet geruchsfrei und braucht wenig Platz. Ein klassischer Komposter ohne Bodenkontakt funktioniert nicht, weil die Bodenlebewesen fehlen.
Was mache ich mit kranken Pflanzenteilen?
Blätter mit Mehltau, Braunfäule oder Feuerbrand gehören in den Restmüll. Die Temperaturen im Hausgarten reichen nicht zuverlässig aus, um die Erreger vollständig abzutöten.
Brauche ich einen Kompostbeschleuniger?
Nein. Eine Schaufel reifer Kompost oder Gartenerde bringt dieselben Mikroorganismen mit. Entscheidend sind Mischung, Luft und Feuchtigkeit, nicht das gekaufte Pulver.
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr, keine Rechtsberatung.
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