Gartenpflege
Laub auf dem Rasen liegen lassen: schadet es?
Eine geschlossene Laubschicht schadet dem Rasen, weil sie Licht und Luft abhält und das Gras darunter gelb wird. Unter Sträuchern und auf Beeten ist dasselbe Laub dagegen ein guter Winterschutz.
Kurz gefasst: Einzelne Blätter kannst du liegen lassen, sie werden vom Bodenleben abgebaut. Liegt das Laub flächig, recht oder mähst du es etwa einmal pro Woche ab, spätestens bevor Nässe und Frost es auf die Grasnarbe pressen. Bring das Laub unter Hecken, auf Beete oder auf den Kompost. Ein Haufen in einer ruhigen Ecke bietet Igeln und Insekten ein Winterquartier.
Im Oktober und November etwa einmal pro Woche abräumen.
Mit dem Rasenmäher im Fangkorb aufsammeln und zerkleinern.
Fächerbesen, Rasenmäher mit Fangkorb, Laubsack oder Schubkarre.
Was passiert mit dem Rasen unter dem Laub?
Gras wächst auch im Herbst weiter, nur langsamer. Es braucht dafür Licht. Unter einer dichten Laubdecke bekommt es kaum etwas davon ab. Nach zwei bis drei Wochen werden die Halme gelb, weil die Photosynthese fehlt.
Dazu kommt die Feuchtigkeit. Nasses Laub klebt auf der Grasnarbe und lässt keine Luft durch. Darunter entstehen ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel. Er zeigt sich im Frühjahr als runde, graubraune Flecken, die sich nur langsam wieder schließen. Auch Moos breitet sich auf solchen Stellen gerne aus.
Ein paar vereinzelte Blätter sind dagegen kein Problem. Regenwürmer ziehen sie in den Boden und machen daraus Humus. Kritisch wird es ab dem Punkt, an dem du das Gras unter dem Laub nicht mehr sehen kannst.
Besonders empfindlich sind Rasenflächen im Halbschatten unter großen Bäumen. Dort ist das Gras ohnehin schwächer, weil es weniger Licht bekommt, und genau dort fällt das meiste Laub. Solche Stellen räumst du im Herbst zuerst und am häufigsten ab. Frisch gesäter Rasen aus dem Spätsommer braucht ebenfalls mehr Aufmerksamkeit, weil die jungen Halme schneller ersticken.
Wann und wie oft solltest du Laub entfernen?
Räum das Laub ab, solange es trocken ist. Trockene Blätter lassen sich leicht zusammenrechen, nasse kleben und reißen die Grasnarbe mit auf. Eine gute Faustregel: einmal pro Woche während des Hauptlaubfalls, bei großen Bäumen häufiger.
| Laubmenge | Was tun | Aufwand je 100 m² |
|---|---|---|
| Einzelne Blätter | liegen lassen | keiner |
| Locker verteilt, Gras sichtbar | mit Rasenmäher mulchen oder aufsammeln | etwa 15 Minuten |
| Geschlossene Schicht | rechen und abtransportieren | etwa 30 bis 45 Minuten |
| Nasse, verklebte Schicht | vorsichtig mit Fächerbesen, bei Frost warten | 45 Minuten und mehr |
Bei Frost betrittst du den Rasen nicht. Gefrorene Halme brechen, und die Trittspuren bleiben bis ins Frühjahr sichtbar. Warte, bis der Boden wieder aufgetaut ist.
Laub mit dem Rasenmäher aufsammeln
Die schnellste Methode ist der Rasenmäher mit Fangkorb. Stell die Schnitthöhe etwas höher als üblich ein, etwa auf 5 bis 6 Zentimeter. Der Mäher saugt das Laub an, zerkleinert es und sammelt es zusammen mit dem letzten Grasschnitt. Diese Mischung aus Grün und Braun verrottet auf dem Kompost schneller als reines Laub.
Bei wenig Laub kannst du auch ohne Fangkorb mulchen. Die kleinen Schnipsel fallen zwischen die Halme und werden abgebaut. Das funktioniert nur, solange die Schicht dünn ist. Bei viel Laub bleibt sonst eine Matte liegen, die denselben Schaden anrichtet wie ganze Blätter.
Eichen-, Walnuss- und Platanenlaub zerfällt sehr langsam, weil es viel Gerbsäure enthält. Zerkleinere es mit dem Mäher, bevor es auf Beete oder Kompost kommt. Obstbaumlaub mit Schorfflecken gehört in die Biotonne, nicht auf den Kompost.
Wohin mit dem Laub?
- Auf Beete: eine Schicht von 5 bis 10 Zentimetern schützt den Boden vor Frost und füttert das Bodenleben. Im Frühjahr ist ein Teil schon zersetzt.
- Unter Sträucher und Hecken: dort liegt Laub ohnehin natürlich. Nach dem Strauchschnitt im Herbst kannst du Schnittgut und Laub zusammen liegen lassen.
- Ins Hochbeet: als Zwischenschicht beim Befüllen, so wie beim Hochbeet bauen beschrieben.
- Um Rosen: ein lockerer Laubmantel hält die Veredelungsstelle wärmer. Mehr dazu im Beitrag Rosen im Herbst schneiden.
- In die Biotonne: für krankes Laub und Mengen, die du nicht verwerten kannst. Viele Gemeinden bieten im Herbst zusätzliche Laubsäcke oder Sammelstellen an.
Ein Laubhaufen für Igel und Insekten
Lass in einer ruhigen Ecke des Gartens einen Haufen aus Laub und kleinen Zweigen liegen. Igel suchen im Spätherbst genau solche Stellen für den Winterschlaf. Auch Käfer, Spinnen und Schmetterlingsraupen überwintern darin. Der Haufen sollte trocken liegen, etwa unter einer Hecke oder an einer Mauer, und bis zum Frühjahr unberührt bleiben.
Schau vor dem Zusammenrechen größerer Haufen immer nach, ob sich schon ein Tier darin eingerichtet hat. Das gilt auch für die Ecken unter Hecken, wie im Beitrag zum Heckenschnitt beschrieben.
Laubbläser, Laubsauger oder Rechen?
Für normale Gärten reicht ein Fächerbesen. Er ist leise, günstig und schont die Grasnarbe. Laubbläser und Laubsauger lohnen sich vor allem auf großen gepflasterten Flächen. Auf dem Rasen bringen sie wenig Vorteil, weil nasses Laub ohnehin haftet.
Beachte die Ruhezeiten. Nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung dürfen Laubbläser und Laubsammler in Wohngebieten an Werktagen nur von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr laufen, an Sonn- und Feiertagen gar nicht. Ausnahmen gelten für Geräte mit EU-Umweltzeichen. Länder und Gemeinden können eigene Regeln haben. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung, im Einzelfall entscheidet die zuständige Behörde.
Im Frühjahr beseitigst du Filz und Moos, die sich trotz aller Mühe gebildet haben. Kahle Stellen säst du nach, wie beim Rasen anlegen. Und im Sommer hilft richtiges Gießen, damit der Rasen kräftig in den nächsten Herbst geht.
Darf Laub über den Winter auf dem Rasen bleiben?
Eine geschlossene Schicht nicht. Sie nimmt dem Gras Licht und Luft und fördert Schneeschimmel. Einzelne Blätter sind unproblematisch, sie werden von Regenwürmern in den Boden gezogen.
Kann ich Laub einfach unter den Rasen mulchen?
Bei dünner Schicht ja. Der Mäher zerkleinert die Blätter, die Schnipsel fallen zwischen die Halme. Bei viel Laub bleibt eine Matte liegen, dann besser mit Fangkorb aufsammeln.
Welches Laub gehört nicht auf den Kompost?
Laub mit Pilzbefall wie Apfelschorf oder Blattflecken gehört in die Biotonne. Eiche und Walnuss verrotten langsam und sollten vorher zerkleinert und mit Grünschnitt gemischt werden.
Wann ist der letzte Termin zum Laubrechen?
Einen festen Termin gibt es nicht. Räum ab, solange Laub fällt und der Boden nicht gefroren ist. Wichtig ist, dass im Winter keine dichte Schicht auf dem Rasen liegt.
Schadet der Laubbläser dem Rasen?
Direkt kaum, er ist aber auf Rasen wenig wirksam, weil nasses Laub haftet. Laubsauger mit Häcksler können Kleintiere einsaugen. Auf Rasenflächen ist der Fächerbesen die schonendere Wahl.
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr, keine Rechtsberatung.
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