Bauen & Sanieren
Tapete wirft Blasen: Ursachen und was du tun kannst
Blasen direkt nach dem Tapezieren sind bei Papiertapete normal und verschwinden meist innerhalb von 24 Stunden von selbst. Bleiben sie nach dem Trocknen, schneidest du sie ein, gibst Kleister darunter und drückst sie an.
Kurz gefasst: Warte nach dem Tapezieren einen Tag, bevor du eingreifst, denn Papier zieht sich beim Trocknen zusammen und spannt sich glatt. Bleibende Blasen stichst du bei Vlies mit einer Nadel an oder schneidest sie bei Papier kreuzweise ein. Mit einer Kleisterspritze oder einem schmalen Pinsel bringst du Kleister darunter und drückst die Stelle mit einem feuchten Schwamm an. Die häufigsten Ursachen sind zu kurze Einweichzeit, ungleichmäßiger Kleisterauftrag und ein Untergrund, der zu stark oder zu wenig saugt.
24 Stunden, bei kühlen Räumen bis 48 Stunden.
5 bis 10 Minuten je Blase, mit Spritze oder Pinsel.
Cutter mit frischer Klinge, Kleisterspritze, Nadel, Schwamm, Tapeziernahtroller.
Sind Blasen nach dem Tapezieren normal?
Bei Papiertapeten ja. Papier nimmt Feuchtigkeit aus dem Kleister auf und dehnt sich. Hat es nicht vollständig eingeweicht, dehnt es sich an der Wand weiter, und weil es dort nicht ausweichen kann, entstehen kleine Blasen. Beim Trocknen zieht sich das Papier wieder zusammen. In den meisten Fällen spannt es sich dabei glatt und die Blasen verschwinden.
Bei Vliestapete ist das anders. Vlies dehnt sich kaum und schrumpft auch kaum. Blasen, die beim Kleben entstehen, bleiben deshalb eher bestehen. Hier drückst du Luft noch im nassen Zustand zur Seite hinaus. Wie das in der Wandklebetechnik funktioniert, erklärt der Beitrag Vliestapete in Wandklebetechnik.
Die häufigsten Ursachen
| Ursache | Erkennst du an | Vorbeugen |
|---|---|---|
| Zu kurze Einweichzeit | viele kleine Blasen über die ganze Bahn | Einweichzeit laut Etikett, mit Wecker |
| Ungleichmäßiger Kleister | einzelne Blasen an trockenen Stellen | von der Mitte nach außen einstreichen |
| Zu stark saugender Untergrund | Blasen und offene Nähte, Tapete haftet schlecht | Tiefgrund oder Vorkleistern |
| Nicht saugender Untergrund | große, weiche Blasen | Latex und Lack anschleifen und grundieren |
| Luft beim Andrücken eingeschlossen | eine größere Blase in der Mitte | von der Mitte zu den Rändern bürsten |
| Zu schnelles Trocknen | Blasen und aufgehende Nähte | keine Heizung auf hoher Stufe, kein Durchzug |
Die Einweichzeit ist der häufigste Grund. Wer mehrere Bahnen nach Gefühl liegen lässt, erhält unterschiedlich gedehnte Bahnen. Die richtige Zeit und den Ablauf findest du im Beitrag Papiertapete tapezieren.
Wie lange sollst du warten?
Gib der Tapete mindestens 24 Stunden bei normaler Zimmertemperatur. Bei kühlen Räumen im Herbst oder Winter können es 48 Stunden werden. Lüfte in dieser Zeit mäßig, ohne Durchzug, und dreh die Heizung nicht hoch. Zu schnelles Trocknen führt dazu, dass sich die Ränder vor der Fläche zusammenziehen.
Blasen, die am nächsten Tag noch da sind, verschwinden in der Regel nicht mehr. Erst jetzt lohnt die Reparatur. Wer früher eingreift, schneidet Blasen auf, die sich von selbst gelegt hätten, und hinterlässt unnötige Schnittspuren.
Markiere dir die Stellen, die am nächsten Tag noch gewölbt sind, mit einem kleinen Stück Malerkrepp. Streiflicht von einer Taschenlampe, flach über die Wand gehalten, zeigt auch flache Blasen, die du bei normalem Licht übersiehst. So erwischst du alle in einem Durchgang.
Drück frische Blasen nicht mit der Hand platt. Bei nassem Papier verschiebst du dabei Kleister, und die Tapete kann reißen oder Glanzstellen bekommen. Nimm einen weichen, feuchten Schwamm oder die Tapezierbürste und streiche die Luft zur nächsten Naht.
Bleibende Blasen reparieren
- Blase öffnen. Bei Papier schneidest du mit einer frischen Cutterklinge ein kleines Kreuz oder einen Schnitt entlang eines Musters. Bei Vlies reicht ein Nadelstich an der Unterseite der Blase.
- Kleister einbringen. Mit einer Kleisterspritze aus dem Baumarkt oder einer Einwegspritze ohne Nadel etwas Kleister hineindrücken. Bei Kreuzschnitten geht es auch mit einem schmalen Pinsel.
- Andrücken. Mit einem feuchten Schwamm von außen zur Öffnung hin streichen. Überschüssigen Kleister sofort abwischen.
- Nahtroller nutzen. Die Stelle mit dem Nahtroller leicht nachdrücken. Bei Prägetapete nur wenig Druck, damit die Struktur erhalten bleibt.
Bei großen Blasen über mehr als eine Handfläche prüfst du, ob die Tapete überhaupt hält. Löst sie sich großflächig, liegt es meist am Untergrund. Dann nützt Nachkleistern wenig. Die Bahn muss ab, der Untergrund wird vorbereitet, und du tapezierst neu.
Wenn der Untergrund schuld ist
Kreidende Altanstriche, Latexfarbe und frischer Gipsputz sind typische Problemfälle. Mach den Klebebandtest: Klebe Paketband auf, reiß es ruckartig ab. Kommt Farbe mit, trägt der Untergrund die Tapete nicht. Hier hilft Tiefgrund, bei glatten Flächen Anschleifen und eine Grundierung.
Unebenheiten, Löcher und Risse schließt du vor dem Tapezieren. Unter einer Tapete sieht man sie sonst als Beulen, die leicht mit Blasen verwechselt werden. Wie das geht, steht im Beitrag Loch in der Wand reparieren. Der komplette Ablauf von der Vorbereitung bis zur letzten Bahn steht in der Anleitung zum Tapezieren.
Blasen nach dem Streichen
Manchmal bilden sich Blasen erst, wenn du die Tapete überstreichst. Die Feuchtigkeit der Wandfarbe löst den Kleister kurz an, und das Papier dehnt sich erneut. Meist verschwinden diese Blasen beim Trocknen der Farbe. Warte auch hier einen Tag. Bleiben sie, reparierst du sie wie oben beschrieben und streichst die Stelle danach noch einmal.
Vorbeugen kannst du, indem du die Tapete vor dem Streichen vollständig trocknen lässt und die Farbe nicht zu dick aufträgst. Zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke. Mehr zur Technik steht im Beitrag Wände streichen ohne Streifen. Sauber zugeschnittene Bahnen verringern außerdem Spannungen an Decke und Sockel, siehe Tapete zuschneiden.
Gehen Blasen in der Tapete von selbst weg?
Bei Papiertapete meist ja, innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Das Papier zieht sich beim Trocknen zusammen und spannt sich glatt. Bei Vliestapete bleiben Blasen dagegen häufig bestehen.
Kann ich Blasen mit einer Nadel aufstechen?
Bei Vlies ja, dann mit einer Spritze Kleister einbringen und andrücken. Bei Papier ist ein kleiner Schnitt oft besser, weil die Luft sonst nicht vollständig entweicht.
Warum bilden sich Blasen erst nach dem Streichen?
Die Feuchtigkeit der Farbe löst den Kleister kurz an und das Papier dehnt sich. Meist verschwinden die Blasen mit dem Trocknen. Bleiben sie, reparierst du sie und streichst nach.
Welcher Kleister eignet sich zum Nachkleben?
Derselbe Kleister wie beim Tapezieren oder ein Reparaturkleister aus der Tube mit Spritzdüse. Für Nähte gibt es Nahtkleber, der fester hält und schneller anzieht.
Wann muss die Tapete ganz runter?
Wenn sie sich großflächig löst oder die Blasen immer wiederkommen. Dann trägt meist der Untergrund nicht. Entfernen, Untergrund grundieren und neu tapezieren spart am Ende Zeit.
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr.
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