Energie sparen

Standby-Verbrauch messen: welche Geräte heimlich Strom ziehen

Ein Steckdosenmessgerät für 15 bis 30 Euro zeigt dir in 24 Stunden, wo im Haushalt dauerhaft Strom verschwindet. Entscheidend ist, dass du Kilowattstunden abliest und nicht den Momentwert in Watt.

Kurz gefasst: Steck ein Energiekostenmessgerät zwischen Steckdose und Gerät, trag den aktuellen Arbeitspreis ein und lass es einen ganzen Tag messen. Lies danach den kWh-Wert ab, rechne ihn mal 365 und du hast den Jahresverbrauch dieses Geräts. Alles über einem Watt Dauerlast lohnt eine abschaltbare Steckdosenleiste. Router, Kühlgeräte, Alarmanlagen und Rauchmelder-Gateways bleiben dagegen am Netz.

Messdauer

24 Stunden je Gerät, bei Kaffeevollautomat und Konsole eine Woche.

Messgerät

15 bis 30 Euro, oft auch bei Stadtwerken oder Büchereien leihbar.

Faustwert

1 Watt Dauerlast sind rund 8,8 kWh im Jahr.

Welches Messgerät du brauchst

Ein einfaches Energiekostenmessgerät wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt und zählt mit. Wichtig ist nur ein Punkt, und der steht selten groß auf der Packung: die Genauigkeit im unteren Bereich.

Viele günstige Geräte messen erst ab etwa 2 bis 5 Watt zuverlässig. Genau darunter liegt aber der interessante Bereich. Achte deshalb auf eine Angabe wie „Messbereich ab 0,2 Watt“ oder auf eine ausgewiesene Auflösung von 0,01 kWh. Modelle mit Speicherfunktion behalten den Zählerstand auch bei Stromausfall, das erspart eine zweite Messung.

Nicht messen kannst du damit fest angeschlossene Geräte. Herd, Durchlauferhitzer, Wärmepumpe und alles, was direkt an der Klemme hängt, misst nur eine Elektrofachkraft mit passendem Zangenmessgerät. Den Zählerschrank öffnest du nicht selbst, dort liegen Teile dauerhaft unter Spannung. Für den Gesamtverbrauch reicht ohnehin der Blick auf den Zähler.

Sicher stecken: Ein Messgerät gehört direkt in die Wandsteckdose, nicht in eine Kette aus Adaptern. Die aufgedruckte Höchstlast, meist 3.680 Watt, gilt auch für das Messgerät selbst. Bei Waschmaschine und Wasserkocher bleibt es damit knapp unter der Grenze.

Richtig messen: sechs Schritte

  1. Arbeitspreis eintragen. Er steht auf deiner letzten Jahresabrechnung in Cent je Kilowattstunde. Ohne diesen Wert rechnet das Gerät mit einer Voreinstellung, die nicht zu deinem Vertrag passt.
  2. Zähler auf null setzen. Fast alle Geräte haben dafür eine Reset-Taste, oft mit einem Stift zu erreichen.
  3. Gerät normal nutzen. Der Standby-Wert allein sagt wenig. Interessant ist der Tagesverbrauch aus Nutzung und Bereitschaft zusammen.
  4. Mindestens 24 Stunden laufen lassen. Ein Momentwert in Watt schwankt zu stark, weil Netzteile takten und Geräte zwischendurch Updates ziehen.
  5. kWh ablesen, nicht Watt. Die Kilowattstunde ist der Wert, den du hochrechnen kannst. Watt zeigt nur, was gerade jetzt fließt.
  6. Hochrechnen und notieren. Tageswert mal 365. Schreib das Ergebnis mit Datum auf, dann kannst du nach einem Gerätetausch wieder vergleichen.

Bei Geräten mit unregelmäßigem Betrieb misst du besser eine volle Woche. Ein Kaffeevollautomat spült beim Einschalten und heizt zwischendurch nach, eine Spielkonsole lädt nachts Updates. Beides fällt in 24 Stunden zufällig an oder eben nicht.

Die typischen Dauerläufer im Haushalt

Die folgenden Größenordnungen findest du in vielen Wohnungen wieder. Sie ersetzen deine eigene Messung nicht, denn zwischen zwei Modellen derselben Geräteklasse liegen leicht fünf Watt.

GerätDauerlast typischkWh im JahrAbschaltbar?
Router mit WLAN6 bis 14 W50 bis 120nur per Nachtschaltung
TV im Bereitschaftsmodus0,3 bis 2 W3 bis 18ja
Set-Top-Box, Receiver7 bis 20 W60 bis 175ja
Soundbar, AV-Receiver2 bis 12 W18 bis 105ja
Spielkonsole im Ruhemodus2 bis 15 W18 bis 130ja, Ruhemodus aus
Kaffeevollautomat1 bis 8 W9 bis 70ja
Drucker im Standby1 bis 6 W9 bis 52ja

Der größte einzelne Posten ist fast immer die Kombination aus Receiver, Soundbar und Konsole am Fernseher. Zusammen kommen die drei häufig auf 25 bis 40 Watt rund um die Uhr. Das ist mehr, als der Fernseher selbst beim Schauen verbraucht, wenn er nur wenige Stunden am Tag läuft.

Netzteile und Ladegeräte ohne Last

Ein modernes USB-Netzteil ohne angeschlossenes Handy zieht meist unter 0,1 Watt. Das sind weniger als 30 Cent im Jahr, da lohnt kein Aufwand. Der oft gehörte Rat, jedes Ladegerät zu ziehen, stammt aus einer Zeit mit Trafo-Netzteilen.

Anders sieht es bei alten und billigen Steckernetzteilen aus, etwa an Halogenlampen, Laptop-Docks oder Werkzeug-Ladeschalen. Die kommen leerlaufend auf 1 bis 4 Watt. Ein einfacher Test hilft: Fühlt sich das Netzteil ohne Verbraucher noch warm an, verbraucht es messbar. Kalt bedeutet nahezu null.

Ladeschalen für Akkuwerkzeug lässt du aus einem zweiten Grund nicht dauerhaft stecken. Die Dauererhaltungsladung altert Lithium-Akkus schneller, als sie es im Regal täten.

Von Watt zu Euro: die Rechnung

Die Formel ist kurz: Watt mal 24 mal 365 geteilt durch 1.000 ergibt Kilowattstunden im Jahr. Ein Watt Dauerlast sind also rund 8,8 kWh.

Wie viel das in Euro ist, hängt an deinem Arbeitspreis. Haushaltstarife bewegten sich 2026 überwiegend zwischen 30 und 40 Cent je Kilowattstunde, doch der Wert schwankt je nach Anbieter und Region. Nimm deshalb die Zahl aus deiner eigenen Abrechnung. Mit 35 Cent gerechnet kostet ein Watt Dauerlast etwa 3,10 Euro im Jahr.

Damit wird die Bewertung einfach: Zehn Watt Dauerlast sind gut 30 Euro jährlich. Eine abschaltbare Steckdosenleiste für 12 Euro rechnet sich dort im ersten halben Jahr. Ein Gerätetausch allein wegen 2 Watt lohnt dagegen kaum, denn die Ersparnis bleibt unter 7 Euro im Jahr. Weitere Hebel im Haushalt sammelt der Ratgeber Strom sparen im Haushalt.

Steckdosenleiste, Zeitschaltuhr oder smarter Stecker

Die abschaltbare Leiste ist die günstigste Lösung und funktioniert überall dort, wo ohnehin mehrere Geräte zusammenstehen, klassisch am Fernseher und am Schreibtisch. Ein Kippschalter trennt alles auf einmal.

Eine mechanische Zeitschaltuhr für unter 10 Euro passt zu Geräten mit festem Rhythmus, etwa dem Handtuchheizkörper oder einer Ladeschale. Digitale Modelle können Wochenprogramme, brauchen aber selbst etwa ein halbes Watt.

Smarte Zwischenstecker kosten 12 bis 25 Euro und messen dauerhaft mit. Das ist ihr eigentlicher Vorteil: Statt einer Einmalmessung siehst du über Wochen, wann welches Gerät zieht. Rechne mit 0,5 bis 1 Watt Eigenverbrauch, was sich erst ab etwa fünf Watt Einsparung lohnt. Wer ohnehin ein System betreibt, findet Ansätze im Ratgeber Smartes Thermostat nachrüsten.

Geräte, die am Netz bleiben müssen

Nicht alles darf vom Strom. Kühlschrank und Gefriertruhe sind offensichtlich, andere Fälle weniger.

  • Alarmanlagen und Rauchmelder-Gateways. Sie melden den Ausfall zwar, aber der Schutz fehlt in der Zwischenzeit.
  • Router, wenn Telefonie darüber läuft. Ohne Router kein Notruf über das Festnetz.
  • Heizungssteuerung und Umwälzpumpe. Im Winter droht sonst Frostschaden.
  • Geräte mit Batteriepufferung, etwa Videorekorder oder Wärmepumpentrockner mit Programmspeicher.
  • Medizinische Geräte jeder Art. Hier gilt ausschließlich die Anweisung deiner Ärztin oder deines Arztes.

Beim Router lohnt trotzdem ein Blick in die Oberfläche. Viele Modelle können das WLAN nachts abschalten, ohne die Telefonie zu unterbrechen. Das spart ein paar Watt und nebenbei Funkleistung. Wie du dabei die Reichweite behältst, steht im Ratgeber WLAN verbessern.

Wie genau sind günstige Steckdosenmessgeräte?

Bei mehreren Watt liegen sie meist nahe am echten Wert. Unter einem Watt werden viele ungenau. Für Standby-Messungen lohnt deshalb ein Modell mit ausgewiesenem Messbereich ab 0,2 Watt.

Warum zeigt mein Messgerät null Watt an?

Das Gerät liegt unter der Messschwelle, verbraucht also sehr wenig. Lass trotzdem 24 Stunden laufen und lies den kWh-Zähler ab. Dort summiert sich auch eine kleine Dauerlast auf.

Wie viel spart eine abschaltbare Steckdosenleiste?

Am typischen Fernsehplatz mit Receiver und Soundbar sind 20 bis 40 Euro im Jahr realistisch. Am Schreibtisch mit Monitor und Dock meist weniger. Messen sagt es dir genau.

Kann ich meinen Stromzähler zum Messen nutzen?

Ja, als Gegenprobe. Alle Geräte ausschalten und zehn Minuten die Zählerscheibe oder den Impulswert beobachten. So findest du die Grundlast der ganzen Wohnung, aber nicht einzelne Verursacher.

Lohnt sich der Tausch eines alten Geräts wegen Standby?

Selten. Erst ab etwa zehn Watt Dauerlast und einem ohnehin anstehenden Austausch rechnet sich das. Bei kleineren Werten ist die abschaltbare Leiste die günstigere Lösung.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr.

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